Spanien vor Neuwahlen: Wirtschaftswachstum trifft auf schwere Wohnungsnot

Wichtige Erkenntnisse
- Neuwahlen am 29. November nach Scheitern der Wohnungspolitik.
- Starkes BIP-Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation und Lohnstagnation.
- Kritischer Mangel an Sozialwohnungen im Vergleich zum EU-Durchschnitt.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez steht vor vorgezogenen Neuwahlen am 29. November, da das makroökonomische Wachstum nicht zu einer Verbesserung des Lebensstandards geführt hat. Sánchez löste das Parlament auf, nachdem er keine Unterstützung für Dekrete zur Bewältigung der Wohnungsnot erhalten hatte. Während Spanien wirtschaftlich besser abschneidet als viele Euro-Länder, dominieren hohe Lebenshaltungskosten und Wohnungsmangel die politische Agenda.
Das BIP wuchs 2025 um 2,8 %, für 2026 werden 2,4 % prognostiziert. Der Tourismus boomt mit 58,1 Millionen Besuchern und 82,05 Milliarden Euro Umsatz. Die EU-Kommission warnt jedoch, dass 82 % der neuen Stellen in Sektoren mit geringer Produktivität liegen, was das Lohnwachstum bremst. Die Inflation erreichte im September 5 % und liegt damit über dem Euro-Durchschnitt.
Der Wohnungssektor ist die größte Schwachstelle der Regierung. In Ballungszentren übersteigt die Nachfrage das Angebot bei weitem, wobei die Kosten seit 2014 stetig steigen. Sozialwohnungen machen nur 1,5 % bis 1,7 % des Bestands aus, verglichen mit 6 % bis 7 % im EU-Schnitt.
Im Wahlkampf muss Sánchez seine Bilanz gegen die Frustration über sinkende Kaufkraft verteidigen. Trotz historisch niedriger Arbeitslosigkeit wird die Kluft zwischen Wirtschaftsdaten und Lebensrealität das Wahlergebnis bestimmen.
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