Australisches Verbrauchervertrauen fällt nach Zinserhöhung auf Tiefstand der 90er Jahre

Wichtige Erkenntnisse
- Verbrauchervertrauen auf dem niedrigsten Stand seit den 90er Jahren.
- Geldpolitik und Energiekosten belasten die privaten Haushalte massiv.
- Arbeitsmarkt zeigt sich trotz sinkender Konsumneigung widerstandsfähig.
Das australische Verbrauchervertrauen ist nach der jüngsten Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia auf den pessimistischsten Stand seit der Rezession der frühen 1990er Jahre gefallen. Laut dem Westpac-Melbourne Institute Index sank das allgemeine Vertrauen im Oktober um 4,7 % auf 80,4 Punkte. Bei Befragten, die direkt nach der Anhebung der Leitzinsen auf das höchste Niveau seit 2011 antworteten, brach der Index sogar auf 67,2 Punkte ein.
Matthew Hassan, Chef-Makroökonom bei Westpac, stellte fest, dass Haushalte in einer anhaltenden Lebenshaltungskostenkrise gefangen sind. Die geldpolitische Straffung habe die Verbraucher stark verunsichert und zu einer Verschlechterung der Haushaltsbilanzen geführt. Die wirtschaftlichen Fünf-Jahres-Prognosen sanken auf ein Niveau, das seit den Pandemie-Beschränkungen im August 2020 nicht mehr erreicht wurde.
Zusätzlich belasten steigende Energiekosten die Budgets. Die Ökonomin My Bui warnte, dass das sinkende Vertrauen mit einem Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs korreliert, was auf einen weiteren Rückgang der Konsumausgaben hindeutet.
Während Hypothekennehmer unter den Zinskosten leiden, stiegen die offenen Stellen auf ein Zweijahreshoch, was trotz der Konsumzurückhaltung auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes hindeutet.
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