IT-Fehler im britischen Gesundheitssystem: 127.000 Überweisungen gelöscht

Wichtige Erkenntnisse
- Versehentliche Löschung von 127.450 Patientenüberweisungen
- Systemkapazität durch 40-prozentigen Anstieg der Überweisungen überlastet
- NHS kündigt Überarbeitung der automatischen 180-Tage-Löschregel an
LONDON, 2. Nov. (OPA) — Die Gesundheitsuntersuchungsbehörde HSSIB hat einen schwerwiegenden Fehler im elektronischen Überweisungssystem (e-RS) des NHS identifiziert. Das System, das Facharzttermine für Hausärzte verwaltet, sieht eine automatische Löschregel für Überweisungen vor, die innerhalb von 180 Tagen nicht bearbeitet wurden. Während der NHS angibt, dass der Großteil der insgesamt 1,3 Millionen Löschungen regulär erfolgte, wurden rund 127.450 neue Überweisungen versehentlich gelöscht, bevor sie das Krankenhauspersonal überhaupt erreichten.
Mediziner kritisieren das Systemdesign scharf und warnen vor erheblichen Gesundheitsrisiken für Patienten. Dr. Dean Eggitt, ein leitender Hausarzt in Doncaster, erklärte, dass die Verzögerungen zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands oder in schweren Fällen zu vermeidbaren Todesfällen führen könnten. Der HSSIB-Bericht stellt zwar keine unmittelbaren Beweise für direkte Schäden fest, räumt jedoch ein, dass die Störung Patienten aufgrund verlängerter Wartezeiten zu aggressiveren Behandlungen gezwungen haben dürfte.
Die 180-Tage-Regel wurde 2004 eingeführt, um Rückstände bei deutlich kürzeren Wartelisten zu bewältigen. Angesichts von derzeit fast 7,4 Millionen Menschen, die in England auf eine Routinebehandlung warten, ist das System mit dem gestiegenen Volumen überfordert. Die Zahl der Überweisungen stieg zwischen 2019 und 2025 um etwa 40 Prozent, was die digitale Infrastruktur unter beispiellosen Druck setzt. Frühere Vorfälle in den Jahren 2018, 2019 sowie zwischen 2023 und 2024 deuten auf ein wiederkehrendes Kapazitätsproblem der Plattform hin.
Der NHS räumte ein, dass das e-RS für das aktuelle Überweisungsvolumen nicht ausgelegt sei, und kündigte eine Überarbeitung der Richtlinien zur 180-Tage-Regel an. Die Gesundheitsbehörde arbeitet mit lokalen Trägern zusammen, um betroffene Patienten zu identifizieren und die notwendige Versorgung sicherzustellen. Rachel Power, Geschäftsführerin der Patientenvereinigung, betonte, dass das Überweisungsmanagement als Kernbestandteil der klinischen Versorgung und nicht als rein administrative Aufgabe betrachtet werden müsse, um künftige Sicherheitslücken zu vermeiden.
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Mohammad Karamali
Verifizierter NachrichtenkorrespondentSenior correspondent covering geopolitics, regional developments, and strategic international affairs for OPA News (Optimum Public Affairs).
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