Frankreich: Schülerproteste wegen Unterfinanzierung und maroder Infrastruktur verschärfen sich

Wichtige Erkenntnisse
- Landesweite Schülerproteste wegen Bildungskrise.
- 72 % der Bevölkerung unterstützen die Forderungen.
- Lecornu unter Druck durch Defizit und Reformbedarf.
Seit Ende September protestieren französische Schüler landesweit gegen Lehrermangel und marode Schulinfrastruktur. Die eskalierenden Unruhen führten zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, hunderten Verletzten und tausenden Festnahmen. Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete das Ausmaß als beispiellos.
Die Schüler kritisieren den fehlenden Ersatz für abwesende Lehrkräfte und überlange Schultage. „Manchmal fehlen Lehrer wochenlang ohne Vertretung“, berichtet eine Schülerin. Trotz hoher Staatsausgaben sorgt das intransparente Zulassungsverfahren „Parcoursup“ für Frust, was hunderttausende auf die Straße treibt.
Die Proteste knüpfen an die französische Tradition an, durch Straßendemonstrationen staatliche Zugeständnisse zu erzwingen. Laut einer BFMTV-Umfrage halten 72 % der Bürger die Forderungen für legitim.
Premierminister Sébastien Lecornu steht vor einer politischen Zerreißprobe. Angesichts eines Haushaltsdefizits von 5,4 % des BIP und parlamentarischer Blockaden muss er zwischen notwendigen Bildungsinvestitionen und der Begrenzung der Staatsverschuldung navigieren, während die Kritik an der Polizeigewalt zunimmt.
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