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Wissenschaft

Schweizer Gletscher erleiden ein weiteres Jahr mit Rekord-Eisverlust

NPR World•2 min read•1. Okt. 2026•Updated: vor 11 T.•REF: OPA-261001-0EP
Schweizer Gletscher erleiden ein weiteres Jahr mit Rekord-Eisverlust

Wichtige Erkenntnisse

  • Schweizer Gletscher verloren 2026 5,5 % ihres Eisvolumens, was den Trend des schnellen klimabedingten Rückgangs fortsetzt.
  • Gletscher dienen als lebenswichtige Wassertürme für Europa und unterstützen Landwirtschaft, Flusstransport und Kühlung von Kernkraftwerken.
  • Der Verlust von Eis und Permafrost erhöht das Risiko von Erdrutschen, wie die Zerstörung des Dorfes Blatten zeigt.
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Die Schweizer Gletscher haben einen katastrophalen Rückgang erlebt und im Jahr 2026 mehr als 5 % ihres gesamten Eisvolumens verloren. Dieser schnelle Rückzug ist Teil eines globalen Trends, der durch den anthropogenen Klimawandel vorangetrieben wird. Forscher dokumentieren die Verwandlung einst eisbedeckter Berglandschaften in karge, felsige Flächen. Matthias Huss, Leiter des Gletschermessnetzes GLAMOS, verfolgt diesen Verfall seit Jahren und stellt fest, dass die aktuelle Verlustrate mit den extremen Schmelzmustern der letzten Jahre übereinstimmt.

Die Daten des Berichts für 2026 weisen einen Verlust von 5,5 % aus, was nur aufgrund stärkerer Schneefälle im Winter etwas unter dem Rekordwert von 6 % aus dem Jahr 2022 liegt. Huss beschreibt den aktuellen Zustand vieler Gletscher als eine „Mondlandschaft“, die trocken und tot ist, wobei nur noch kleine Eisreste übrig sind. Er betont, dass selbst die größten Gletscher, wie der Rhonegletscher und der Aletschgletscher, nun einen Rekordrückgang erleiden, was auf eine beispiellose Veränderung der alpinen Umgebung hindeutet, die die Stabilität der gesamten Region bedroht.

Historisch gesehen fungierten diese Gletscher als „Wassertürme“ Europas, die den Winterschnee speicherten und ihn allmählich abgaben, um wichtige Wasserstraßen wie den Rhein und die Donau zu speisen. Dieser natürliche Kreislauf ist für die Landwirtschaft, den Transport und die Energieerzeugung unerlässlich. In den letzten Sommern haben niedrige Flusspegel bereits den Güterverkehr gestört und zur vorübergehenden Abschaltung von Kernkraftwerken geführt, die auf Flusswasser zur Kühlung angewiesen sind, was die kritische wirtschaftliche Bedeutung dieser Eisfelder unterstreicht.

Jenseits der Wassersicherheit birgt der Verlust von Gletschern schwerwiegende geologische Risiken. Gletscher und Permafrost wirken als Bindemittel für Berghänge; wenn sie verschwinden, steigt das Risiko von Erdrutschen und katastrophalen Überschwemmungen erheblich. Das Dorf Blatten ist ein krasses Beispiel dafür, da es durch einen von einem Gletscher ausgelösten Erdrutsch zerstört wurde, der Hunderte von Häusern begrub. Ähnliche Katastrophen, wie die jüngsten Überschwemmungen an der Grenze zwischen Nepal und Tibet, unterstreichen das tödliche Potenzial destabilisierter Bergumgebungen.

Mit Blick auf die Zukunft warnen Experten, dass die Folgen ohne sofortige Klimaschutzmaßnahmen existenziell sein werden. Während Matthias Huss anmerkt, dass Bergumgebungen schon immer dynamisch waren, argumentiert er, dass der Klimawandel als kritischer Katalysator für diese Katastrophen fungiert. Da im letzten halben Jahrhundert bereits 1.200 kleinere Gletscher verloren gegangen sind, deuten Prognosen darauf hin, dass bei anhaltendem Erwärmungstrend bis Ende dieses Jahrhunderts alle Schweizer Gletscher verschwunden sein könnten, was die europäische Landschaft für immer grundlegend verändern würde.

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Mohammad KaramaliStaff JournalistToronto, Canada

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