Italien ermittelt gegen Microsofts Activision Blizzard wegen ausbeuterischer In-Game-Käufe bei Kindern

Wichtige Erkenntnisse
- Italienische Untersuchung gegen Activision Blizzard wegen Kinderschutz.
- Bußgelder bis zu 4 % des Jahresumsatzes möglich.
- Geplante EU-Gesetze verbieten Lootboxen für Minderjährige.
Die italienischen Kartellbehörden haben ein formelles Verfahren gegen den Microsoft-Publisher Activision Blizzard eingeleitet. Der Vorwurf: ausbeuterische Monetarisierungspraktiken, die auf Kinder abzielen. Die Untersuchung, unterstützt von norwegischen und dänischen Verbraucherschützern, konzentriert sich auf Titel wie „Diablo Immortal“ und „Call of Duty Mobile“. Geprüft wird, ob Mechanismen wie „Lootboxen“ EU-Verbraucherschutzregeln verletzen.
Die Regulierungsbehörden bemängeln eine „mangelnde Transparenz bei virtuellen Währungen“, die den tatsächlichen Geldwert verschleiert. Bei einem Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 4 % des Jahresumsatzes pro Land. EU-Verbraucherschutzkommissar Michael McGrath betonte: „Die Industrie muss sicherstellen, dass Spiele keine Kinder unfairen Praktiken aussetzen.“
Die Untersuchung ist Teil einer koordinierten Aktion des CPC-Netzwerks der EU gegen neun große Publisher, darunter Ubisoft und Supercell, nachdem Selbstregulierungsversuche im letzten Jahr scheiterten.
Die EU bereitet weitreichende Reformen vor, darunter den „EU Kids Act“ und den „Digital Fairness Act“. Diese sollen Lootboxen für Minderjährige verbieten und klare Preisangaben in Echtwährung vorschreiben, was die Geschäftsmodelle von Free-to-Play-Spielen grundlegend verändern könnte.
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