Crowdfunding-Operation rettet somalischen Jungen nach mutmaßlichem US-Drohnenangriff

Wichtige Erkenntnisse
- Ein somalischer Junge wurde nach einem Drohnenangriff durch internationale Spenden erfolgreich operiert.
- Der Angriff in Jamaame forderte 12 zivile Todesopfer und wirft Fragen zur US-Militärstrategie auf.
- Die Familie plant den Umzug nach Kismayo, um Sicherheit und medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Der siebenjährige somalische Junge Abdiqadir Salah wurde in Mogadischu erfolgreich operiert, nachdem weltweite Spenden die Behandlung seiner schweren Splitterverletzungen aus einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff ermöglicht hatten. Abdiqadir wurde vor fast einem Jahr zusammen mit seinen beiden Geschwistern im Dorf Jamaame schwer verletzt; bei dem Angriff kamen mindestens 12 Zivilisten ums Leben, darunter acht Kinder. Raketensplitter blieben fast zehn Monate lang in seinem Rücken stecken und drohten eine dauerhafte Lähmung zu verursachen, da seine verarmte Familie die medizinische Versorgung nicht bezahlen konnte.
Nachdem über das Schicksal der Familie berichtet wurde, deckte eine internationale Spendenkampagne die Kosten für Behandlung und Rehabilitation. Bei einer komplexen Operation im Kaafi-Krankenhaus in Mogadischu entfernten Chirurgen zwei Splitter aus Abdiqadirs Rücken, ließen jedoch einen dritten aufgrund des hohen Risikos einer Querschnittslähmung zurück. „Ich habe kein Problem mit dem letzten Metallstück in meinem Körper, weil ich keine Schmerzen mehr habe“, sagte Abdiqadir nach seiner Genesung. Seine Mutter, Marian Haji Abdi Guled, drückte ihre tiefe Dankbarkeit aus, da sie befürchtet hatte, ihr Sohn würde nie wieder laufen können.
Der Angriff hat eine intensive Debatte über zivile Opfer und die Zuverlässigkeit der US-Geheimdienstinformationen in Somalia ausgelöst. Unabhängige Berichte enthüllten, dass Kinder bei Tageslicht getroffen wurden, doch die US-Regierung hat sich bisher nicht zu dem Vorfall in Jamaame geäußert. Daten der Denkfabrik New America zeigen, dass das US-Militär zwischen Ende 2025 und Mitte 2026 mindestens drei weitere Angriffe in der Nähe durchführte, wobei Anwohner von ständiger Drohnenüberwachung berichten.
Da in Jamaame weiterhin Drohnen aktiv sind, weigert sich die Familie, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Guled beabsichtigt, die verbleibenden Spenden zu nutzen, um ihre Familie dauerhaft in die regierungskontrollierte Hafenstadt Kismayo umzusiedeln, wo eine medizinische Nachsorge möglich ist. Dennoch fordert sie weiterhin eine offizielle Rechenschaftspflicht und ein Ende der ausländischen Luftangriffe, da die US-Regierung für die bleibenden Narben ihrer Kinder verantwortlich sei.
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