Tränengas in Frankreich bei eskalierenden Schülerprotesten

Wichtige Erkenntnisse
- Landesweite Schülerproteste „Akt Drei“ in Frankreich
- Ermittlungen gegen Polizeigewalt nach schweren Verletzungen
- Forderungen nach massiven Investitionen in das Bildungssystem
Hunderttausende Schüler, unterstützt von Eltern, Studenten und Gewerkschaften, gingen am Dienstag in ganz Frankreich im Rahmen der Bewegung „Akt Drei“ auf die Straße. Die Demonstrationen störten den Unterricht an hunderten Schulen und forderten mehr Mittel, sanierte Infrastruktur und ein Ende der harten Polizeieinsätze. In Paris und Marseille setzte die Polizei Tränengas ein, in Rennes Wasserwerfer, wobei größere Ausschreitungen weitgehend vermieden wurden.
Offizielle Regierungszahlen sprachen von über 250.000 Demonstranten an 891 Schulen. Schülergewerkschaften hingegen meldeten 450.000 Teilnehmer und Blockaden an etwa 1.800 Schulen. Premierminister Sébastien Lecornu verurteilte die Unruhen und gab an, dass seit Beginn der Proteste 215 Schüler, 85 Mitarbeiter und 715 Polizisten verletzt wurden. „Die meisten von uns sind nicht gewalttätig“, sagte Alissa, eine Schülerin in Marseille. „Wir gehen auf die Straße, weil unsere Schulen zerfallen.“
Die öffentliche Empörung wächst nach Vorwürfen unverhältnismäßiger Polizeigewalt, die nun von der Aufsichtsbehörde IGPN untersucht werden. Ein Polizist wurde wegen schwerer Verletzungen eines 14-Jährigen angeklagt; in Lens verlor ein 15-Jähriger durch eine Granate eine Hand. Das Innenministerium bestätigte 6.547 Festnahmen seit dem 28. September.
Die Proteste begannen Mitte September wegen maroder Schulen in den Pariser Vororten und weiteten sich zur nationalen Krise aus. Mit Unterstützung von Lehrern und Gewerkschaften drohen die Demonstranten mit weiteren Blockaden, bis Bildungsreformen umgesetzt werden, was die Regierung unter Druck setzt.
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