Israelische Siedler schlagen AFP-Fotografen unter den Augen von Soldaten im Westjordanland

Wichtige Erkenntnisse
- AFP-Fotograf nach Angriff durch Siedler im Krankenhaus
- Israelische Soldaten griffen trotz Anwesenheit nicht ein
- Zunehmende Gewalt gegen Olivenernter und Journalisten
Bewaffnete israelische Siedler haben den erfahrenen Fotojournalisten der Agence France-Presse, Jaafar Ashtiyeh, im besetzten Westjordanland angegriffen. Der 58-jährige Palästinenser wurde mit schweren Kopf- und Rumpfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Er dokumentierte gerade die eskalierende Gewalt von Siedlern gegen lokale Olivenernter nahe dem Dorf Aqraba, als es zu dem Vorfall kam. Obwohl sein Fahrzeug und seine Kleidung deutlich als Presse gekennzeichnet waren, schlugen die Angreifer wiederholt mit Gewehrkolben auf ihn ein. Etwa ein Dutzend bewaffnete israelische Soldaten, die nur 500 Meter entfernt stationiert waren, unternahmen keinen Versuch, einzugreifen.
Während des Überfalls eröffnete ein auf einem Quad fahrender Siedler das Feuer und verletzte einen palästinensischen Bauern am Fuß, bevor mindestens sechs weitere Personen das Medienteam umzingelten. Der Kollege John Wessels wurde mit vorgehaltener Waffe festgehalten, während die Angreifer auf Ashtiyeh einschlugen und seine Kameraausrüstung stahlen. Phil Chetwynd, Global News Director der AFP, verurteilte den Angriff scharf: "Es ist inakzeptabel, dass Journalisten vor den Augen israelischer Sicherheitskräfte, die nicht eingriffen, geschlagen und ausgeraubt werden. Wir fordern eine vollständige Untersuchung."
Die jährliche Olivenernte ist eine wirtschaftliche Lebensgrundlage für Palästinenser, wird jedoch häufig zum Ziel koordinierter Störungen, Diebstähle und körperlicher Angriffe durch Siedler. Menschenrechtsbeobachter stellen fest, dass die Gewalt im Vorfeld israelischer Wahlen deutlich zugenommen hat, wobei die Täter selten strafrechtlich verfolgt werden. Internationale Rechtsgremien stufen die Siedlungen als völkerrechtswidrig ein, doch die staatlich unterstützte Expansion schränkt den Zugang zu Ackerland weiter ein.
Medienrechtsorganisationen warnen vor einer zunehmend gefährlichen Lage für Journalisten, die von Belästigung, physischer Gewalt und Unterdrückung geprägt ist. Laut Reporter ohne Grenzen haben israelische Behörden seit Oktober 2023 19 Journalisten im Westjordanland inhaftiert. Während Presseverbände betonen, dass diese Angriffe die unabhängige Berichterstattung nicht abschrecken werden, wächst die internationale Kritik an der systemischen militärischen Toleranz gegenüber Siedlerübergriffen.
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