Tod einer 87-Jährigen nach Zwangsräumung löst Proteste in Spanien aus

Wichtige Erkenntnisse
- Der Tod einer Seniorin nach einer Zwangsräumung löst landesweite Proteste aus.
- Verdoppelte Mieten innerhalb eines Jahrzehnts treiben die soziale Unruhe an.
- Die Wohnungsfrage wird zum entscheidenden Thema der spanischen Parlamentswahl.
Der plötzliche Tod der 87-jährigen María del Carmen Abascal, die vor zwei Wochen aus ihrer langjährigen Wohnung in Madrid zwangsgeräumt wurde, hat landesweite Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien entfacht. Die als Maricarmen bekannte Frau starb kurz nach ihrer gewaltsamen Räumung am 23. September.
Etwa 1.000 Demonstranten campieren seit zwei Wochen auf der Puerta del Sol in Madrid; die Proteste weiten sich auf andere Städte aus. „Ihr Tod hat uns schockiert, gibt uns aber mehr Energie für den Protest“, so die 28-jährige Aktivistin María Holgado. Laut dem Portal Idealista haben sich die Mieten in Spanien im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt.
Die Tragödie verschärft die politischen Spannungen vor der Wahl am 29. November. Ministerpräsident Pedro Sánchez versuchte, Notfallmaßnahmen gegen Räumungen einzuführen, scheiterte jedoch am Widerstand der Opposition. Während die Linke der Verstorbenen gedachte, warfen Konservative der Regierung politische Instrumentalisierung vor.
Konservative Politiker lehnen Mietpreisbremsen ab und fordern stattdessen Neubau. Analysten erwarten jedoch, dass die Wohnungsfrage das zentrale Mobilisierungsthema für den Wahlkampf bleibt, während Mietergewerkschaften weitere Märsche organisieren.
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