EU-Gesetz für Unternehmensform stockt wegen Arbeitsrechtsstreit

Wichtige Erkenntnisse
- Abstimmung auf den 5. November vertagt
- 63 Prozent der SE-Gesellschaften gelten als inaktive Hüllen
- Streitpunkt: Mitbestimmungsrechte vs. administrative Flexibilität für Startups
OPA NACHRICHTENDIENST, 29. Okt. (OPA) — Das Gesetz soll eine einheitliche digitale Unternehmensform schaffen. Kritiker bemängeln jedoch, dass es keine ausreichenden Schutzmechanismen gegen die Wahl von Standorten mit schwächeren Arbeitsrechtsstandards gibt.
Isabelle Schömann, stellvertretende Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), warnt, dass der aktuelle Entwurf „Briefkastenfirmen“ Vorschub leiste. Daten des Europäischen Gewerkschaftsinstituts zeigen, dass 63 Prozent der bestehenden Europäischen Gesellschaften (SE) derzeit als leere Hüllen fungieren. Der EGB fordert verbindliche Regeln, die kollektive Rechte am tatsächlichen Arbeitsort und nicht am Sitz des eingetragenen Büros verankern.
Arbeitnehmervertreter fordern eine Klausel, die bei Überschneidungen nationaler Regelungen das jeweils höchste Mitbestimmungsniveau vorschreibt. Zudem soll die Belegschaftszahl über Tochtergesellschaften hinweg aggregiert werden, um eine Umgehung von Schwellenwerten zu verhindern. Während der Rat optionale Schutzmaßnahmen vorsieht, halten Gewerkschaften diesen Einzelfallansatz für unzureichend.
Vertreter der Startup-Branche, darunter Factory-CEO Simon Schaefer, betonen die Notwendigkeit administrativer Flexibilität, um im Wettbewerb mit Modellen wie dem US-Bundesstaat Delaware bestehen zu können. Ob das Projekt gelingt, hängt von einer Einigung über den Streitbeilegungsmechanismus zwischen Management und Arbeitnehmern ab – ein Punkt, der Sozialdemokraten und wirtschaftsnahe Fraktionen spaltet.
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Mohammad Karamali
Verifizierter NachrichtenkorrespondentSenior correspondent covering geopolitics, regional developments, and strategic international affairs for OPA News (Optimum Public Affairs).
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