UN-Biodiversitätskonferenz in Armenien vor Abschluss: Finanzierung bleibt Streitpunkt

Wichtige Erkenntnisse
- Jährliche Finanzierungslücke von 700 Milliarden Dollar für den Artenschutz.
- Süßwasser-Renaturierung erreicht bisher nur fünf Prozent des Zielwerts.
- Kritik an Einstimmigkeitsprinzip bei COP-Verhandlungen wächst.
OPA NACHRICHTENDIENST, 30. Okt. (OPA) — Die Delegierten ringen in den letzten Stunden um die Finalisierung des „Eriwan-Pfads“, der die Umsetzung des Kunming-Montreal-Rahmenabkommens beschleunigen soll. Wesentliche Streitpunkte sind die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Politik sowie die Streichung umweltschädlicher Subventionen. Irene Wabiwa von Greenpeace kritisierte am Donnerstag, dass der Gipfel bisher keine konkreten Prioritäten zur Bewältigung der Biodiversitätskrise geliefert habe.
Das „30x30“-Ziel, bis 2030 jeweils 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen, liegt hinter dem Zeitplan. Aktuelle Daten belegen, dass lediglich 19 Prozent der Landflächen und 10 Prozent der Ozeane geschützt sind. Ein Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) vom 29. Oktober zeigt, dass die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen mit nur fünf Prozent des Zielwerts weit zurückliegt. Weniger als die Hälfte der 2022 festgelegten nationalen Ziele sind auf Kurs.
Finanzielle Differenzen blockieren den Fortschritt. Die jährliche Finanzierungslücke für den globalen Artenschutz wird auf 700 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein Konsens über die Aufbringung der benötigten 200 Milliarden Dollar pro Jahr bleibt aus. Zwischen der EU und Schwellenländern wie Saudi-Arabien und Katar gibt es Spannungen über die Erweiterung des Geberkreises. Der „Cali-Fonds“ zur Gewinnbeteiligung aus genetischen Daten hat seit seinem Start 2025 erst 10.000 Dollar des jährlichen Ziels von einer Milliarde Dollar erreicht.
Die Effizienz des konsensbasierten COP-Prozesses steht zunehmend in der Kritik. Kritiker bemängeln, dass das Erfordernis der Einstimmigkeit es einzelnen Staaten ermögliche, notwendige politische Kurswechsel wie den Abbau von Agrarsubventionen zu blockieren. Während die EU „Natur-Credits“ zur Anreizsetzung für privates Kapital vorschlägt, warnen Umweltschützer vor Greenwashing. Das Ergebnis des „Eriwan-Pfads“ wird zeigen, ob die internationale Gemeinschaft ihre Rechenschaftspflicht bis 2030 stärken kann.
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Mohammad Karamali
Verifizierter NachrichtenkorrespondentSenior correspondent covering geopolitics, regional developments, and strategic international affairs for OPA News (Optimum Public Affairs).
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