Russland und Kasachstan reduzieren Goldreserven

Wichtige Erkenntnisse
- Russland verkauft seit Januar 2026 62 Tonnen Gold zur Finanzierung des Verteidigungssektors
- Kasachstan reduziert Goldanteil an Reserven auf 75 Prozent bis Ende 2026
- Institutionelle Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen bleibt langfristig stabil
OPA NACHRICHTENDIENST, 25. Okt. (OPA) — Russland hat seine Goldreserven im September um rund 6,2 Tonnen reduziert, womit sich der Gesamtabbau seit Januar 2026 auf 62 Tonnen summiert. Dies ist das höchste Verkaufstempo seit 1998, als das Land innerhalb von drei Monaten 118 Tonnen veräußerte. Adam Stroniawski, Geschäftsführer von Mennica Skarbowa, erklärte, die Verkäufe fänden außerhalb des Londoner Bullion-Marktes statt, wobei Hongkong als Drehkreuz für Transaktionen in Richtung der chinesischen Zentralbank diene.
Handelsdaten aus Hongkong bestätigen das Ausmaß der Verlagerung: Zwischen Januar und Juli erreichten 100 Tonnen russisches Gold das Territorium, fast das Dreifache des Volumens im Vergleichszeitraum 2025. Laut Stroniawski zielt Russland darauf ab, Liquidität für den Verteidigungssektor zu sichern. Da die Transfers außerhalb des regulären Marktes abgewickelt werden, bleibe der Einfluss auf den Weltmarktpreis gering.
Kasachstan plant ebenfalls eine Strategieänderung und will den Goldanteil an seinen Gesamtreserven bis Ende 2026 auf 75 Prozent senken. Das Land, das jahrelang zu den weltweit größten Käufern zählte, liquidiert nun Teile seiner Bestände, um von hohen Preisen zu profitieren und den nationalen Haushalt zu stützen. Der Abbau von derzeit rund 78 Prozent soll schrittweise erfolgen, um Marktvolatilität zu vermeiden.
Analysten bezweifeln, dass dies einen breiteren Trend unter Zentralbanken darstellt. Polen etwa baut seine Reserven weiter in Richtung eines 700-Tonnen-Ziels aus und betrachtet Gold als Instrument zur Währungsstabilisierung. Obwohl der Goldpreis in den ersten neun Monaten 2026 um 4,4 Prozent nachgab, gehen Experten davon aus, dass der langfristige Aufwärtstrend aufgrund der institutionellen Nachfrage nach sicheren Häfen intakt bleibt.
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Mohammad Karamali
Verifizierter NachrichtenkorrespondentSenior correspondent covering geopolitics, regional developments, and strategic international affairs for OPA News (Optimum Public Affairs).
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